20 Jahre Rocking Souls - Jubiläumskonzert

Rocking Souls

Der Weißenbrunner Gospelchor Rocking Souls feierte sein 20-jähriges Jubiläum mit einem Konzert in der Laurentiuskirche in Altdorf. Der Andrang war groß, die Kirche war bis in die zweite Empore besetzt, und die mehr als 30 Sängerinnen und Sänger boten ein sehr abwechslungsreiches Programm mit vielen Gospels und Liedern aus ihrem großen Repertoire. 
Vor dem Konzert zeigte eine Fotopräsentation, was sich in den vergangenen 20 Jahren seit der Gründung alles ereignet hat. Im Jahr 1994 wollte die Organistin Lydia Eckstein den Weißenbrunner Gottesdienst mit Gospels auffrischen – zu jener Zeit ein noch eher ungewöhnlicher Gedanke.
In Ulrike Arneth fand sie eine Gleichgesinnte, die damals von einem Gospel-Schulkonzert ihrer Tochter und deren Freundin ganz begeistert war. Eines der dort gehörten Lieder hieß übrigens „Rock my Soul“ und sollte dem Chor später seinen Namen geben.
Zusammen mit einigen Gospel-Sympathisanten und zwei Musikern fand im Januar 1995 im Rahmen eines Gottesdienstes im Weißenbrunner Gemeindezentrum der erste gemeinsame Auftritt statt.
Nach positiver Resonanz beschloss die achtköpfige Gruppe weiterzumachen. Die Leitung des neuen Chors übernahm Ulrike Arneth und die Rocking Souls waren geboren. Bald fanden sich weitere GospelBegeisterte, der Chor wuchs bis auf 30 Mitglieder an und auch das Repertoire war mittlerweile beachtlich.
Nach zehn Jahren fühlten sich die Rocking Souls genug gefestigt, erstmals vor einem größeren Publikum aufzutreten und so fand 2005 das erste Jubiläumskonzert statt. Ausgewogen und harmonisch Mittlerweile zählt der Chor ca. 40 Mitglieder und fünf Musiker. Auch das Repertoire war ständig erweitert worden und umfasst aktuell rund 80 Lieder. Einen Teil davon gaben die Rocking Souls nun bei ihrem Jubiläumskonzert zum Besten, und zwar in bestechender Form. Sie präsentierten die Lieder hymnisch, etwa „Joshua“, eindringlich-intensiv, so bei „Healing“, oder flott wie „Put your
hand“. Das riss auch die Kleinsten mit, die dazu vor dem Podium tanzten. Dem Chor hört man an, dass er schon lange zusammen singt: Das ist gewachsen, da stimmen die Einsätze, das Klangbild ist ausgewogen und sehr harmonisch, Chorleiterin Ulrike Arneth hat ihre Sängerinnen und Sänger „voll im Griff“. 
Zum überzeugenden Klang tragen natürlich auch die fünf Musiker bei, unter denen Gitarrist Bernhard Hebendanz zusätzlich noch eine sehr präsente Rock- und Blueskomponente beisteuert – und zwar auch als Sänger bei „I wanna be ready“ und „Hymn“ von Barcley James Harvest. Eine Sängerin aus dem Ensemble sticht besonders hervor, und das ist Heike Malopolski, die mit ihrer starken Stimme für einige Solo-Glanzstücke sorgte: „O happy day“, „Almighty God“ und am Ende mit begeisternder Interpretation Leonard Cohens "Hallelujah" und "Amazing Grace" - das war Vokalgenuss vom Allerfeinsten.
Am Ende des Konzerts bedankte sich Pfarrerin Ursula Kronenberg beim Chor für ein wunderschönes Konzert und auch für die musikalische Unterstützung bei vielen Anlässen und überreichte jedem Chormitglied eine Rose.
Carmen Berger und Albrecht Helm, die für die Moderation zuständig waren wiesen noch darauf hin, dass ein Großteil der Spenden - das Konzert hatte keinen Eintritt gekostet - für einen wohltätigen Zweck zugute kommt.
Der lang anhaltende Applaus des großen Publikums forderte natürlich eine Zugabe und die Rocking Souls entsprachen dem Wunsch gerne mit einem fetzigen "fünf kassiche Nummern" umfassenden Medley, das sie zum ersten Mal präsentierten: Von "Nobody Nows" über "Go down Moses" bis hin zu "Amen" rissen sie ihr Publikum mit - und mußten noch einmal zulegen. Den Schlusspunkt setzten sie dann mit der Friedenshymne „We shall overcome“, die Joan Baez berühmt gemacht hat. 
Chorleiterin Ulrike Arneth ging bei der Strophe „We shall live in peace“ vom Dirigentenpult zum nächstsitzenden Konzertbesucher, nahm ihn an der Hand und dieser Geste folgten die Konzertbesucher. Stehend und sich an den Händen haltend – ein bewegender Schluss eines sehr gelungenen Konzertes.

© Der Bote, 25.11.2105, Erich W. Spiess

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