Erste Altdorfer Chornacht in der Laurentiuskirche

ALTDORF – Die erste Altdorfer „Nacht der Chöre“ in der Laurentiuskirche auf Initiative von Dekanatskantorin Almut Peiffer diente einem guten Zweck: Die Spenden gehen an das neue evangelische Gemeindehaus in Altdorf. 350 Sängerinnen, Sänger und Musiker in acht Chören aus Altdorf und Umgebung präsentierten in mehr als vier Stunden fast 50 Lieder.
Ob die Mammut-Veranstaltung damit ins Guinness-Buch der Rekorde eingeht, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.
Kirchenmusik und weltliche Lieder, Klassik und Pop, a cappella und instrumental – bei der „Nacht der Chöre“ in Altdorf war wirklich für jeden Geschmack etwas dabei.
Die Chorleiter Roland Dannich, Ulrike Arneth, Ekkehard Grübl, Almut Peiffer, Renate Kaschmieder und Herbert Domaschka hatten außer ihren Beiträgen mit ihren Chören zudem jeweils ein Lied ausgesucht, bei dem die Konzertbesucher zum Mitsingen eingeladen waren. 
Durch das Programm führte Mike Kern, für eine stimmungsvolle Beleuchtung und den richtigen Sound in der Kirche sorgte André Obst.
Bei offenen Türen Zwischen den einzelnen Chordarbietungen wurden vor der Kirche Getränke und Häppchen angeboten und die Türen blieben deshalb während des Konzertes geöffnet. So konnte jeder nach seiner Fasson auch einmal eine kleine Pause einlegen und wieder Kraft tanken. 
Den Anfang machte der Kinder- und Jugendchor der Städtischen Musikschule Altdorf. Die mehr als 100 Kinder und Jugendlichen legten sich mit aktuellen Rock- und Pop-Songs über gescheiterte Liebe bis hin zum Raubbau des Menschen an unserem Planeten mächtig ins Zeug und erhielten zu Recht begeisterten Applaus. Erstaunlich waren auch die souveränen Solopartien schon bei den ganz Kleinen. Kein Wunder, dass am Ende ihres Vortrages die Gesichter strahlten.
Bekannte Friedenshymne Flott ging es weiter mit dem ersten Stilwechsel: Der Gospelchor Rocking Souls aus Weißenbrunn brachte drei Lieder und ein kurzes Medley von einigen bekannten Gospelsongs, am Ende folgte die gemeinsam gesungene Friedenshymne „We shall Covercome“. Wie man es vom Chor kennt, brachte er Stimmung in die Kirche und mit „Amazing Grace“ auch einen besonderen Höhepunkt: Heike Malopolski sorgte mit ihrer tarken Stimme für einen Solo-Glanzpunkt.
Der klassischen Liedtradition hingegen widmete sich der Roncalli-Chor, der Kirchenchor der katholischen Pfarrgemeinde Heiligste Dreifaltigkeit in Altdorf. Mit feierlichen und getragenen Tönen erklangen vier geistliche und zwei Volkslieder, stets kontrolliert und deutlich akzentuiert.
Ebenfalls zum größten Teil geistliches Liedgut, das meiste davon aus jüngerer Zeit, präsentierte anschließend die Evangelische Kantorei. Besonderes Kennzeichen waren, wie man es vom Chor kennt, die strahlenden Sopranstimmen in einem harmonischen Klangbild.
Mit einem Streifzug mit Liedern aus aller Welt wartete die Liedertafel 1837 Altdorf auf. Dabei sang sie drei Lieder in der Originalsprache – beschwingt, lebensfroh und rhythmisch, wie man es von diesem Chor zuverlässig und stets harmonisch geboten bekommt.
Als Vertreter des klassischen Gesangvereins war der MGV Rieden mit von der Partie. Die Sänger widmeten sich anschließend dem Bereich Volkslied und da vor allem dem nicht nur ihnen wichtigen Thema Heimat. 
Töne der ganz anderen Art kamen vom Evangelischen Posaunenchor Altdorf. Die bunt gemischte Gruppe von mehr als 20 Musikern im Alter von 9 bis 81 Jahren machte auch die zu diesem Zeitpunkt eventuell müde werdenden Konzertbesucher wieder munter. 
Für den Abschluss des Lied-Marathons sorgte dann der Gospelchor White goes Black. Von „Mama Loo“ über „What a wonderful world“ bis „Bless the Lord“ hielten sie noch einmal die Gospel-Fahnen hoch.
Chorsingen tut gut Diese Chornacht sollte, so Almut Peiffer, Menschen, die bisher noch nicht in einem Chor singen, zeigen, dass Chorsingen Spaß macht und einfach guttut. Und das gelang den Sängerinnen und Sängern an diesem Abend absolut überzeugend, was die vom Publikum mitgesungenen Lieder bewiesen.
Das Konzert zeigte auch, wie vielfältig die Chorlandschaft in und um Altdorf ist und wird nach diesem Erfolg bestimmt eine Fortsetzung finden.

© Der Bote, 14.06.2016, Erich W. Spiess