Neues Gemeindehaus auf der Zielgeraden

ALTDORF - Die Arbeiten am neuen Gemeindehaus in Altdorf sind auf der Zielgeraden. Nach schwierigen Bauphasen mit immer neuen unliebsamen Überraschungen werden die beauftragten Firmen jetzt im gesteckten Zeitrahmen bleiben, so dass die Kirchengemeinde Ende Juli ein großes Einweihungsfest feiern kann.

Während der Zeitrahmen also am Ende eingehalten wird, musste die Kirchengemeinde den finanziellen Rahmen deutlich überschreiten. Von anfangs kalkulierten 3,5 Millionen Euro Gesamtkosten ging es relativ schnell auf 3,9 Millionen, jetzt rechnet man mit 4,4 Millionen, die das neue Gemeindehaus schließlich kosten wird.

Die Kirchengemeinde hat die Zusagen mehrer landeskirchlicher Träger über Zuschüsse in Höhe von 2,675 Millionen Euro. 350.000 Euro wollen die Altdorfer durch Spenden und Aktionen aufbringen, 200.000 Euro hat man bereits geschafft. Je größer die Spendensumme, desto geringer die nötige Kreditaufnahme.

Dämmung und Mettalzüge erhöhen Kosten

Warum wurde der vom Würzburger Architektur-Professor Wolfgang Fischer geplante Um- und Neubau so viel teurer, als ursprünglich kalkuliert? Es lag an den Widrigkeiten die sich beim Umbau des aus dem Jahr 1880 stammenden alten Gemeindehauses, eines ehemaligen Schulhauses, ergaben. Für den Denkmalschutz machte Thomas Wenderoth seinerzeit klar, dass die baulichen Eingriffe so gering wie nur eben möglich zu halten waren. Die Bausubstanz musste erhalten bleiben.

Mehrkosten ergaben sich dann ganz schnell durch statische Probleme im Gebäude. Auch die Dämmung, die von innen hergestellt werden musste, erwies sich als ausgesprochen schwierig. Um die Statik des alten Gebäudes zu gewährleisten, ließ der Architekt das Bauwerk von außen mit Metallzügen verspannen und sichern. Eines kam zum anderen, so dass die Kosten am Ende deutlich über der zunächst geschätzten Summe lagen.

Ort der Begegnung

Allerdings wird sich die Investition lohnen, da ist sich Pfarrerin Kronenberg sicher. Das neue Gebäude wird dringend gebraucht, die Gemeinde benötigt Räume, einen Treffpunkt und ein Zuhause, als Ort der Begegnung mit Angeboten für Familien, Jugendliche und Senioren, mit Fortbildung und Kultur. Der Eingang des Gemeindehauses öffnet sich nun zum Schlossplatz hin, man gelangt dann ins Foyer und von dort weiter in den Veranstaltungssaal mit 90 Plätzen.

Ein Gemeinderaum, eine Küche und verschiedene Funktionsräume gibt es darüber hinaus im Erdgeschoss, im ersten Stock Büros und drei weitere Gemeinderäume und im 2. Stockwerk Büroräume, die die Kirchengemeinde an die Dekanate Altdorf, Hersbruck und Neumarkt vermietet, die von hier aus ihre Verwaltungsarbeiten erledigen werden. Die derzeitigen Räume des Dekanats Altdorf in der Kirchgasse werden dann frei für die Kirchengemeinde und die Dekanatsjugend. 

© Der Bote, 19.04.2017